Thema: Transfer
05. November 2019

Der Transfer von Trainingsinhalten: So bringen Sie die PS wirklich auf die Straße!

„Das Training war ja ganz nett, aber wie soll ich das bitte in der realen Welt da draußen anwenden?“

Solche Aussagen höre ich nur allzu oft, wenn ich aus dem Bekanntenkreis Bemerkungen über Trainings aufschnappe. Wie kommen solche Aussagen wohl zustande? Ist der Teilnehmer nur zu bequem, einen echten Mehrwert für seine Arbeit herauszufiltern oder wurden die Anwendungsmöglichkeiten für die Praxis tatsächlich zu abstrakt dargestellt? Traut er sich nicht oder ist er mit der Umsetzung im Arbeitsalltag schlichtweg überfordert?

 

Training ist sinnlos!

Unabhängig davon, welcher Hintergrund zu diesem Urteil führt – sicher ist in jedem Fall, dass das Training dann ein reines Verlustgeschäft für alle Beteiligten ist.  Zum einen kostet das Training selbst Geld. Hinzu kommen die Kosten, die durch die Kapazitätsbindung der Teilnehmer entstehen, wenn sie während der Trainingszeit nicht ihrer regulären Arbeit nachkommen können. Aus diesem Grund ist die Erwartungshaltung der Verantwortlichen, das Training solle doch auch langfristig etwas bewirken, nur verständlich. Andernfalls ist das Geld aus dem Fenster geworfen und das Training tatsächlich sinnlos…

 

Wie wichtig ist Praxistransfer?

Natürlich ist es wichtig, die Trainingsinhalte so für die Teilnehmer aufzubereiten, dass sie verständlich und nachvollziehbar sind. Wesentlich erfolgsentscheidender für ein Training ist allerdings der Transfer der Inhalte in die reale Welt. Weshalb ist es so schwer, an dieser Stelle Verbindlichkeit zu schaffen und den Erfolg eines Trainings zu messen?

Ein kleines Beispiel: Nehmen Sie sich morgen früh ein paar Minuten Zeit und überlegen, welche Prozesse notwendig sind, um Ihr Auto einfach nur aus seiner Parkposition zu bewegen. Je länger Sie überlegen, desto länger wird die Liste der Prozesse. Versuchen Sie bewusst, alles nacheinander auszuführen, wird es erst recht kompliziert.

In einem Training scheitern Teilnehmer und Verantwortliche meist an den eigenen Vorgaben oder Ideen. Denn je komplexer das Thema, desto schwieriger wird der Transfer. Wie kommt man hier dennoch zum Erfolg?

 

Transfer – aber richtig

Ein Fahrschüler lernt sämtliche Verkehrsregeln und bekommt alle technischen Prozesse vermittelt. Nach ein paar Fahrstunden und vielleicht den ein oder anderen Runden auf einem leeren Parkplatz steht dann die Prüfung an. Ist er deshalb ein sicherer Autofahrer? Wohl kaum. Ihm fehlt jegliche praktische Erfahrung und der Fahralltag.

Für einen Fahranfänger haben wir meist Verständnis – schließlich fängt jeder mal an! Bei einem Training fehlt genau dieses Verständnis leider viel zu oft. Wir erklären die Zusammenhänge, üben diese in einem Laborumfeld und danach soll alles selbstverständlich und präzise in der Praxis ablaufen. Doch je komplexer und umfangreicher ein Thema ist, desto kleiner und langsamer sollte der Transfer stattfinden.

Für langfristigen Erfolg ist es wichtig, das Gelernte schrittweise umzusetzen, Erfolge zu feiern und aus Niederlagen zu lernen. Genau deshalb ist Transfer eine der tragenden Säulen des High Rise Programms: Weder eine noch so ausgeklügelte Analyse noch ein didaktisch hoch wertvolles Training werden in der realen Welt den gewünschten Erfolg bringen, wenn sie nicht erfolgreich vom Anwender transferiert werden.

Ebenso wichtig wie die Vermittlung und Übung von Fähigkeiten ist deren Übertragung in den Berufsalltag. Im Marketing sagt man gerne, dass ein Kunde eine Botschaft siebenmal hören muss, um sie zu verinnerlichen. Wieso erwarten wir dann von unseren Trainingsteilnehmern, dass sie zu Höchstleistungen auffahren und eine Fähigkeit bereits nach dem zweiten oder dritten Mal beherrschen?