Thema: Training
17. September 2019

Erfolgreich präsentieren: Vom Säbelzahntiger und PowerPoint

Die Allzweckwaffe für jede Gelegenheit: PowerPoint gehört mittlerweile zu einer Präsentation wie der weiße Kittel zum Arzt. Dabei ist sie weit mehr als reines Durchklicken einer Folienansammlung in PowerPoint. Gerade, wenn das Präsentierte nicht nur das Kurzzeitgedächtnis streifen sollte.

Weltweit werden täglich 30 Millionen Präsentationen gehalten, wovon gerade mal 17% als zielführend empfunden werden. 83% der Präsentationen werden also als reine Zeitverschwendung oder zumindest als nicht sehr erhellend empfunden. Da zwingt sich doch die Frage auf, was die Präsentierenden denn bloß falsch machen?

 

Die richtigen Fragen helfen

Ganz gleich, womit Sie in der Präsentation arbeiten und welches Thema Sie behandeln: Stellen Sie sich vorab die richtigen Fragen!

Wer sitzt gerade vor mir? Wieso sitzen sie hier? Welches Ziel verfolgen sie? Mit den Antworten können Sie bereits abschätzen, in welche Richtung der Präsentationsstil gehen kann und wie Sie Ihr Auditorium mitnehmen.

Ganz wichtig ist die Frage: Sind die Inhalte für diese Zielgruppe überhaupt relevant? Wie kann ich sie gegebenenfalls interessant gestalten und welche zielführenden Aussagen könnte ich anbieten? So können Sie sich Möglichkeiten überlegen und präsentieren nicht an Ihrem Publikum vorbei.

Diese Fragen sind zwar an sich recht simpel, aber elementar für die Vorbereitung jeder Präsentation.

 

Präsentations-Werkzeug

Neben den richtigen Fragen benötigt der Präsentator auch das richtige Werkzeug für die Erstellung der Präsentation. Weltweit führend ist die Software PowerPoint, obwohl sie für reine Präsentationen nur bedingt geeignet ist.

PowerPoint ist ein textbasiertes System mit bis zu sechs hierarchischen Ebenen. Diese Ebenen können mit Überschriften, Zwischenüberschriften und Thesen mit vorangegangenen Bullet Points hervorgehoben werden. Ein Großteil der Folien besteht aus Worten, Worten und… ganz genau: Worten. Für das Auge und zur Abwechslung wird das Ganze hin und wieder mit einer illustrativen Grafik oder einem Bild aufgehübscht.

Aber wo genau liegt hier das Problem?

 

Unser Gehirn und die Höhlenmalerei

Worte sind für unser Gehirn eine Ansammlung von Linien und Formen. Diese müssen in mühevoller Kleinstarbeit erkannt und analysiert werden, bevor sie zu einem Wort zusammengesetzt und in einen sinnvollen Kontext gepackt werden können.

Für uns passiert das ganz beiläufig und wir bekommen das gar nicht richtig mit. Schließlich haben wir über viele Jahre lang schon mit Worten zu tun: In Büchern, Zeitschriften oder E-Mails. Dennoch nimmt unser Gehirn ein Wort zunächst nur als eine Ansammlung von Bildern wahr, die es mühsam entschlüsseln muss.

Diese im ersten Moment sehr umständliche Herangehensweise liegt mal wieder in unserer Evolutionsgeschichte begründet. Und in dieser wurde der Mensch eben nicht durch Microsoft Word oder Werbetafeln geprägt, sondern durch Bäume, Savannengras oder eben durch den allseits beliebten Tiger mit den Säbelzähnen.

Aber was heißt das konkret für Ihre nächste Präsentation?

 

Tipps für die nächste Präsentation

Versuchen Sie doch mal den Anteil Schrift/ Bild umzudrehen!

Eine durchschnittliche Folie einer Business Präsentation enthält 40 Worte. Kann man diese Inhalte in einer Grafik ausdrücken? Bildeindrücke werden von unserem Gehirn nämlich wesentlich schneller erkannt, aufgenommen und behalten. Sie schaffen also Freiraum für andere Inhalte. Unser Gehirn arbeitet kürzer und Ihre Zuhörer können sich viel besser auf das Gesprochene konzentrieren.

Zudem vermeiden Sie so den Konflikt zwischen dem geschriebenen und dem gesprochenen Wort. Unser Sehsinn benötigt ohnehin schon die Hälfte aller Ressourcen unseres Gehirns. Mit ausufernden Textwüsten machen Sie es ihm unnötig schwer, sich auf die wesentlichen Inhalte zu konzentrieren. So verlieren die Zuhörer leicht den Faden und bleiben mit dem unguten Gefühl zurück, dass Ihre Präsentation für sie nicht zielführend war.

Wenn Sie also das nächste Mal eine Präsentation vorbereiten, denken Sie an die Worte des Dichters George Bernard Shaw: „Worte sind nur Briefmarken zur Zustellung eines Gegenstandes, den wir auspacken.“ Kommen Sie doch hier ihren Adressaten entgegen und nutzen die Macht der Bilder!