Trainings sind sinnlos! Von Transferraten und Sisyphos

Aktualisiert: Mai 28

Wie Sisyphos mit dem Stein geht es uns Trainern oft in der Vorbereitung und Durchführung unserer Maßnahmen. Erst recht, wenn man sich die Transferrate von 10-30% vor Augen führt! Dabei sind Unternehmen durchaus bereit, in Weiterbildung zu investieren. Jährlich werden mehrere Milliarden Euro dafür ausgegeben. Wie stellen wir also einen wirklich nachhaltigen Praxistransfer sicher? Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig?



Transferraten von Trainings

Jeder Personalentwickler oder Trainer kommt irgendwann an den Punkt, an dem er den Sinn des Ganzen hinterfragt: Was tue ich hier und wozu soll das bitte gut sein? Kann ich mit den Fortbildungsmaßnahmen und Lernvideos überhaupt etwas bewegen?

Diese Fragen sind sehr wohl berechtigt, immerhin macht eine solche Maßnahme von der Planung bis zur Durchführung vor allem eins: sehr viel Arbeit! Nehmen die Teilnehmer also etwas für Ihren Arbeitsalltag mit oder war es doch eher eine Art abstrakte Publikumsbelustigung?


Der traurige Alltag der Transferrate


Begeben wir uns auf die Suche nach handfesten Untersuchungen, fallen wir relativ schnell auf den Boden der Tatsachen zurück: Die Transferrate von Fortbildungen beläuft sich auf Werte zwischen 10 bis maximal 30%! Bei einer Gruppe von 12 Teilnehmern bedeutet das, höchstens 4 Personen würden wirklich von der Maßnahme profitieren. Ein weiterer Teil würde versuchen, das Erlernte irgendwie in der Praxis umzusetzen, dabei aber recht schnell scheitern und sich wieder ihrem Alltagstrott zuwenden. Die ‚Trainingsklamauk-Anhänger‘ haben die Maßnahme bereits abgeschrieben, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Jährlich werden in Deutschland 27 Mrd. € für Seminare, Trainings und Fortbildungsmaßnahmen ausgegeben. Die Bereitschaft ist also da – wäre da nicht der fehlende Return on Investment aufgrund der mäßigen Transferrate.


Auf Ursachenforschung


Gerade aufgrund der hohen Ausgaben für solche Maßnahmen wollen wir der Ursache für den mangelnden Praxistransfer auf den Grund gehen. Liegt es am Trainer, an den Teilnehmern oder doch an der Organisation, in der sie sich bewegen?

Die Antwort ist simpel: an allen!

Doch gerade diese einfache Antwort macht die Lösung umso schwieriger, denn sobald sich die Verantwortung über mehrere Personengruppen erstreckt, schiebt es jeder unauffällig und selbstbefreiend auf den jeweils anderen.

Aber was können wir dagegen tun?


Die PS auf die Straße bringen


Damit die Transferraten steigen, muss jeder einen klar definierten Teil für sich annehmen. Für die Trainer bedeutet dies, das Trainingsdesign in Richtung Transfer zu optimieren.

Die Teilnehmer verbessern die Transferrate an sich schon damit, wenn sie der Maßnahme offen gegenüberstehen. Das muss sich nicht in tosendem Beifall dem Trainer gegenüber äußern, nur weil dieser einen Satz vollendet hat. Es bedeutet nur, dem Seminar eine echte Chance zu geben anstatt sich direkt mit Ablehnung umwölkter Stirn in eine möglich abgelegene Ecke zu setzen.

Und schließlich wäre da noch die Organisation, die den nötigen Freiraum für den Transfer schaffen muss. Wer etwas gelernt hat, sollte auch die Möglichkeit erhalten es auszuprobieren und den für sich optimalen Fall zu kreieren. Dazu müssen die Vorgesetze Möglichkeiten bieten, den Platz für den Transfer zu schaffen.

Ein anderer Ansatzpunkt liegt darin, das erworbene Wissen mit den Kollegen aus dem Seminar oder denen, die es noch nicht besucht haben, zu teilen. Der letztere Fall bedarf natürlich etwas Empathie und Reflexionsvermögen, ansonsten gipfelt das zu leicht in Klugscheißerei.


Sollten die Ansatzpunkte nicht greifen wollen, bleibt noch die Möglichkeit eines Transfercoaches. Dieser bietet einen geschützten Raum, einen individuellen Transferplan zu entwickeln und hilft, die eigenen Hemmnisse und manchmal so unüberwindlichen Hindernisse zu bewältigen. Zum Ende sei hier noch der alte Geheimrat Goethe bemüht, der einst schrieb: „Greift nur hinein in volle Menschenleben ein und wo ihr‘s packt, da ist es interessant“!


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