Kopf vs. Bauchgefühl: Vom Osterhasen, dem Weihnachtsmann und dem Schweinehund

Seit jeher erzählen sich die Menschen geheimnisvolle Geschichten vom inneren Schweinehund. Wir alle tragen ihn in uns und müssen ihn von Zeit zu Zeit zähmen oder gar überwinden. Dieses geheimnisvolle Wesen lauert irgendwo am Rande unserer Komfortzone und hat einzig und allein den Auftrag, uns um nichts in dieser Welt dort hinauszulassen. Es könnte gefährlich sein!

Die Geschichten vom Schweinehund lesen sich ähnlich wie historische Landkarten: Die dort noch unerforschten Gebiete wurden mit dem Hinweis ‚Hier leben Drachen‘ versehen, um die Angst vor dem Unbekannten noch weiter zu schüren.

Würden Sie denn von Ihrem eigenen Willen sagen, dass er ebenfalls eine ‚Terra incognita‘ ist?



Der Schweinehund hält uns in der Komfortzone gefangen


Von der Idee zur Umsetzung und wieder zurück

Um eine Idee in die Tat umsetzen zu können benötigen wir bekanntlich Willensstärke. Bewegen wir uns im Reich der Ideen, denken wir noch ‚Ich will‘ oder ‚Ich möchte‘. Nähern wir uns der Umsetzung, geht es mit ‚Ich mache‘ direkt ins Tun.

Und genau an dieser Stelle liegt der (Schweine-)Hund begraben: Dieser Übergang ist häufig von sehr fragiler Natur und wird gerne von äußeren Faktoren torpediert. Sie rauben uns die nötige Energie, die unsere Willensstärke (Volition) zur Umsetzung braucht und es bleibt bei der grandiosen Idee.

Die Erklärung scheint simpel: dazu wird einfach der ominöse Schweinehund in den Ring geworfen! Doch wieso sollte uns die Evolution mit solch einem fiesen Widersacher ausgestattet haben, der uns an der Umsetzung von grandiosen Ideen hindert?


„Ich bin der Geist, der stets verneint…“ Mephisto aus Goethes Faust

Was steckt wirklich dahinter?

Die gute Nachricht: Sie müssen sich weder durch Faust quälen, noch legendäre Fabelwesen studieren. Hinter dem inneren Schweinehund stecken zwei Bewertungssysteme, die unterschiedlich funktionieren.

Unseren nüchternen Verstand bezeichnen wir als Absichtsgedächtnis und beschäftigt sich mit dem bewussten Denken. Auf der anderen Seite steht das emotionale Erfahrungsgedächtnis – besser bekannt als unser Bauchgefühl. Es belegt jede Erfahrung mit einem emotionalen Marker, der signalisiert, ob wir etwas mögen oder eben nicht.


Unseren Alltag bestimmt überwiegend der Mechanismus der Selbstkontrolle: Der Kopf entscheidet, was wir tun und wie wir es tun. Dies bedarf viel Willensstärke und wie wir bereits wissen, ist Volition begrenzt. Wie können Sie von beiden Systemen gleichermaßen profitieren?

Beide Systeme im Einklang

Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Absichts- und dem Erfahrungsgedächtnis zu schaffen nutzen Sie die Selbstregulation: Treten Sie in Verhandlung zwischen ihrem Verstand und ihrem Bauch und finden sie einen tragfähigen Kompromiss.


Beispielsweise sagt Ihr Kopf beim nächsten Zahnarztbesuch, Sie sollen zur regelmäßigen Zahnreinigung gehen. Ihr Bauch dagegen rebelliert energisch, da das eher etwas mit Waterboarding zu tun habe als mit einer Hygienemaßnahme. Die Durchführung dieser Idee erfordert also sehr viel Willensstärke und ist damit eher unwahrscheinlich. Ein entsprechender Kompromiss zwischen Ihrem Kopf und Ihrem Bauch könnte allerdings lauten: Sie wechseln den Zahnarzt vereinbaren einen Termin bei dem Mediziner, den Ihre Bekannten schon mehrfach empfohlen haben.


Der Vorteil eines solchen Kompromisses: Es ist etwas aufwändiger, aber wesentlich schonender gegenüber den Ressourcen Ihrer Willensstärke. Willensstarke Menschen gehen mit dieser begrenzten Kapazität sehr bedacht um. Natürlich werden Sie nach wie vor mit Situationen konfrontiert, die eine Kopfentscheidung benötigen. Ziel ist es aber, diese Situationen zu minimieren.


Was für den Einzelnen gilt, funktioniert ebenso in Gruppen: Schaffen Sie eine Atmosphäre, in denen Kopf und Bauch gut in Einklang zu bringen sind und interagieren können. Im Training nehmen die Teilnehmer Inhalte wesentlich leichter auf und setzen diese auch leichter um. Aber auch weit darüber hinaus ist dieses Zusammenspiel wichtig, um moderne Führungsstrukturen und selbstständiges Denken und Handeln nachhaltig zu fördern. Mit der Sage vom inneren Schweinehund bleibt die agile Kultur ebenfalls ein Mythos.

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