„Hören Sie gefälligst zu!“ – Der Mythos vom Multitasking

„Reden Sie nur, ich kann nebenbei zuhören.“ Diesen Satz haben wir wohl alle schon gehört oder gar selbst von uns gegeben. Manche Menschen sind zu Multitasking fähig, andere eben nicht – so hält sich zumindest das hartnäckige Gerücht. Die Wahrheit ist eher ernüchternd: volle 10 Minuten reicht unsere Aufmerksamkeitsspanne, danach sind wir sehr anfällig für äußere Reize. Das hätte man vielleicht einem kleinen Welpen zugetraut, aber dem Homo Sapiens?


Wenn Sie die Aufmerksamkeit Ihres Publikums gerne länger behalten wollen, können Sie nach 10 Minuten die Emotionen antriggern, um einen neuen Reiz zu setzen. Alternativ können Sie auch eine möglichst störungsfreie Zone schaffen, die das Abschweifen von vorneherein unterbindet. Aber was hat es nun genau mit unserer Aufmerksamkeitsspanne auf sich?


Wenn Sie hier schon unter 4 Augen reden möchten, vereinbaren Sie gerne ein persönliches Gespräch mit mir.



Der Mythos Multitasking

War früher alles besser?

Der Seufzer eines Kollegen „Es kann einfach niemand mehr zuhören…“ hat mich zu folgender Frage veranlasst: Wie lange können wir in einem Training oder einer Präsentation wirklich zuhören?


Eine garantiert nicht repräsentative Umfrage im Freundes- und Familienkreis deckte sich erstaunlich gut mit den wissenschaftlichen Studien: Diese belegen uns eine Aufmerksamkeitsspanne von 10-15 Minuten. Die Zivilisationskritiker unter Ihnen mögen nun direkt an die heutige Reizüberflutung denken und sich darin bestätigt fühlen, dass früher ohnehin alles besser gewesen sei.

Bei näherer Betrachtung ist dieses Argument allerdings nicht haltbar, denn der Vortrag eines Referenten steht immer und unabhängig des Jahrzehnts in starkem Wettstreit zu vielen anderen Sinneseindrücken. Während Sie beispielsweise diesen Artikel lesen, liefern Millionen von sensorischen Nervenzellen Impulse an das Gehirn, denen wir uns nur zu einem Bruchteil bewusst sind. Je mehr wir uns konzentrieren, desto mehr blenden wir andere Eindrücke und Informationen aus. Dann müssten wir uns doch einfach nur besser konzentrieren, oder?

Die bittere Wahrheit des Abschweifens

In der Theorie klingt das ganz einfach und logisch, wäre da nicht diese Schwierigkeit mit der Konzentration in der Realität. Sobald wir nämlich einen Sinneseindruck empfangen, der nicht zum aktuellen Muster passt, schweifen wir ab und lenken unsere Aufmerksamkeit darauf. So kann uns ein tropfender Wasserhahn im Nebenzimmer in den Wahnsinn treiben und die Nachtruhe rauben, weil es ein ortsfremdes Geräusch ist. Zu allem Überfluss wiederholt es sich gerade dann, wenn wir es geistig wieder abgeschrieben haben.

Bei einem Referenten verhält es sich ganz ähnlich: unabhängig von dem Inhalt beginnen wir nach 10 Minuten abzuschweifen. Der Vortrag kann noch so informativ sein – nach 10 Minuten hilft auch das nichts mehr.


Wie können wir das nun verhindern?

Der Trick mit der Emotion und störungsfreien Zone

Der Referent könnte natürlich den Reiz verändern, indem er nach 10 Minuten plötzlich anfängt zu brüllen oder sich in einem nahezu unhörbaren Flüstern verliert. So wäre ihm zwar die erneute Aufmerksamkeit sicher, jedoch leidet seine Glaubwürdigkeit. Statt dem Inhalt weiter zu folgen, mag sich das Publikum vielleicht fragen, welche Pilze bei dem Referenten wohl im Spiel waren.


Ein wesentlich schonenderer Weg ist es, das Publikum nach 10 Minuten mit einer Emotion zu konfrontieren. Dabei kann es sich um Freude und Gelächter oder auch Unglaube und Mitleid handeln. Hinzu kommt, dass dieser Einwurf möglichst themenrelevant sein sollte. Werfen Sie alle 10 Minuten einen Witz ein, der so gar nichts mit dem Vortrag zu tun hat, stellt sich bei Ihrem Publikum schnell wieder die Frage nach dem Missbrauch berauschender Substanzen.


Neben diesem eher rhetorischen Kniff ist es sinnvoll, dem Gehirn die Aufmerksamkeit zu erleichtern. Kommen Sie dem Hierarchie-Denken des Gehirns entgegen und liefern erst die Details, nachdem Sie das Grundkonzept beziehungsweise den groben Rahmen aufgezeigt haben. Die Zuhörer können so die Details leichter zuordnen und für die Aufmerksamkeit ist es weniger anstrengend.

Weiterhin ist es wichtig, störungsfreie Zonen zu schaffen. Besonders Smartphones und ihre diversen Pieptöne sind unvorhergesehene Störquellen, die nicht nur den Besitzer, sondern auch andere leicht aus dem Konzept bringen.

Die Erkenntnis ist und bleibt dennoch dieselbe: Wir Menschen können unsere Aufmerksamkeit immer nur auf eine Sache richten! Somit ist die Legende vom Multitasking ein absoluter Mythos. Unser Gehirn arbeitet nun mal sequenziell – schön eines nach dem anderen. Wenn Sie also möglichst produktiv sein wollen, schaffen Sie sich störungsfreie Zonen. Nur so ist gewährleistet, dass Sie ihre Aufmerksamkeit auf Dauer fokussieren können.

P.S.

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