Eine Maß Quecksilber bitte! So lernt unser Gehirn

Aktualisiert: Mai 14

Merken Sie sich das gut!

Eine Aufforderung, die einfacher gesagt als getan ist. Die eigenartigsten Dinge merken wir uns oft spielend leicht, andere dagegen wollen uns einfach nicht in den Kopf. So können Fußballfans teilweise ohne zu zögern die Aufstellung der deutschen National Elf von 1954 herunterbeten, scheitern aber beim Passwort ihres Arbeitsrechners.

Unser Hirn scheint eine seltsame Institution zu sein, oder?



Das Gedächtnis ist komplex

Die zwei Gedächtnistypen


Untersuchungen bestätigen, dass wir über verschiedene Arten des Gedächtnisses verfügen. Hierzu ein Beispiel: Stellen Sie sich die PIN Ihres Handys vor. Dabei erinnern Sie sich entweder durch die reine Zahlenfolge, durch die Ziffernstellung Ihres Displays oder durch die Sprachmelodie der Zahlen. Wenn Sie sich dagegen versuchen zu erinnern, wie Sie Fahrradfahren, wird es plötzlich ganz dunkel da oben. Das liegt nicht daran, dass Sie vergessen haben wie Fahrradfahren funktioniert, sondern den Prozess dazu nicht abrufen können. Das liegt an den zwei unterschiedlichen Gedächtnistypen.

Das deklarative Gedächtnis speichert reine Fakten, bewusste Eindrücke und Prozesse wie eine PIN. Unbewusste Abläufe wie Radfahren oder Laufen werden dagegen im prozeduralen Gedächtnis abgelegt. Doch was genau sagt uns das?


Der Mixer als deklaratives Gedächtnis


Dieser Teil unseres Hirns kann wiederum in die Bereiche Codierung, Speicherung, Abrufen und schließlich Vergessen eingeteilt werden. Die exakte Funktionsweise ist hier noch nicht vollständig geklärt.

Was wir jedoch sicher wissen: Die Idee von einer Art organischen Festplatte, die Informationen speichert, ist hinfällig. Das Gedächtnis arbeitet vielmehr wie ein Mixer mit offenem Deckel. Die Informationen werden beim Eintritt in das Gehirn in kleinste Segmente geteilt und über sehr vielen Bereichen ausgeschüttet. Das Gehirn schafft es dann nahezu mühelos, aus diesen verteilten Einzelinformationen wieder eine vollständige Information herzustellen. Wie können wir im Vorhinein Informationen sinnvoll codieren, sodass wir sie besser abrufen können?


Die Eselsbrücke


Beim Codieren von Informationen fällt zunächst auf, dass wir das bei komplexen Zusammenhängen wesentlich besser hinbekommen und diese später auch leichter abrufen können.

Ein Lehrer sagte zu mir vor vielen Jahren, dass man sich zu einer Information ein Bild einprägen soll, um sie sich besser zu merken. Die Angabe ‚Das spezifische Gewicht von Quecksilber beträgt 13,5 g/cm3‘ ist eine etwas spröde Angabe und gleichzeitig nicht besonders komplex. Unser Gedächtnis tut sich also etwas schwerer, diese Information zu speichern.

Eine Angabe wie ‚Ein Maßkrug voll Quecksilber wiegt über einen ¼ Zentner‘ wird sich bei Ihnen deutlich einfacher einprägen, selbst ohne genaue Kenntnisse über die Maßeinheit des Zentners. Dabei ist das Bild von einem Maßkrug mit dem seltsam anmutenden, flüssigen Metall, das träge in dem Krug herumschwappt, ein ungleich komplexerer Eindruck, der in Ihrem Gehirn codiert werden muss, als die blanke Zahl mit denselben Informationen.


Umsetzung in der Praxis


Möchten wir uns eine Information merken, fällt uns das also wesentlich leichter, wenn wir sie in einem Bild verpacken. Wir schaffen eine Verbindung zwischen der Information und unserem Gehirn. Auch Beispiele oder begleitende Geschichten sind für eine nachhaltige Wissensvermittlung essentiell, damit möglichst viel Information tatsächlich erfolgreich im Kurzzeitgedächtnis codiert und gespeichert wird.

Denn eines steht fest: 90% der Lerninhalte vergessen wir innerhalb von 30 Tagen und von diesen 90% gerät der größte Teil bereits während der ersten Stunden in Vergessenheit. Wenn Sie also wollen, dass Ihre Informationen zu den restlichen 10% gehören, sorgen Sie dafür, dass Sie möglichst einfach codiert werden können. Bilder und bildhaftes Erklären ist hier keine Zeichen einer überschießenden Phantasie, sondern eine echte Lernhilfe.


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