Die Kunst des Zuhörens

„Die Menschheit muss besser zuhören!“ Immer wieder stellt uns die Presse an den Pranger und behauptet, wir würden nicht ausreichend zuhören. Das beginnt schon früh in der Schule, in der die Kinder ihren Lehrern lauschen sollen. Das Problem ist allerdings: Wir möchten, dass andere besser zuhören, während wir reden. Wenn aber jeder redet, wer soll denn dann zuhören?


Unsere Gesellschaft ist so sehr auf Senden programmiert, dass für Zuhören kaum Platz ist. Neben dem Verständnis der verschiedenen Formen des Zuhörens – vom akustischen bis zum emotionalen – bedarf es deshalb auch Mut, sich auf sein Gegenüber einzulassen.

Wenn Sie hier schon unter 4 Augen reden möchten, vereinbaren Sie gerne ein persönliches Gespräch mit mir.



Zuhören bitte!

Akustisches Hören

Betrachten wir zunächst die einfachste Form des Zuhörens: das rein akustische Hören. Wo nichts gesagt wird, gibt es auch nichts zu hören. Dazu gehört allerdings auch, dass derjenige, der etwas hören möchte, den Raum dafür lässt. Im Rahmen meines Sales Coachings habe ich schon oft gehört: „Der Kunde ist schwierig, der sagt einfach nichts.“ Bei näherer Betrachtung lag es aber überwiegend am Verkäufer, der keinen Raum zur Antwort ließ. Pausen zu schaffen gehört also ebenso zum akustischen Hören wie die Worte selbst.

Darüber hinaus können technische Gegebenheiten das Hören ebenfalls erschweren. Das weiß jeder, der Telefonate über die Freisprecheinrichtung des Autos führen wollte und plötzlich den hinterlistigen Funklöchern ausgeliefert war.

Sprachliches Zuhören

Sprachliches Zuhören ist die zweite Form, die einer nötigen sprachlichen Kompetenz bedarf. Redet jemand in einer fremden Sprache auf Sie ein, ist zwar die akustische Komponente gegeben, das Zuhören scheitert aber an der sprachlichen Barriere.

Das gilt natürlich nicht nur für Fremdsprachen, sondern ebenso für Dialekte oder Mundart. Wer nämlich behauptet, die Schweizer sprächen deutsch, kann sich in den Kantonen selbst davon überzeugen, dass das Auslegungssache ist.

Aktives Zuhören

Neben den beiden Formen des aufnehmenden Zuhörens existiert auch das aktive Zuhören. Wir halten also nicht nur Blickkontakt mit dem Sprecher, sondern signalisieren ihm auch unsere Aufmerksamkeit durch visuelle und akustische Rückmeldung. Das kann ein aktives Kopfnicken sein oder auch ein einfaches ‚Ja‘.


Soweit zumindest die Theorie - oftmals wird diese simple Art der Rückmeldung nämlich missbraucht. Spätestens, wenn Sie das Gefühl haben, einem Wackeldackel gegenüber zu sitzen, sollten Sie skeptisch werden. Ist das Nicken nur noch eine mechanische Bewegung, ist Ihr Gegenüber mit den Gedanken nicht mehr bei Ihnen. Sind Sie ein reflektierter Sender, können Sie ganz leicht testen, ob Ihr Zuhörer noch aktiv lauscht: Machen Sie einfach mal eine Pause! Nickt Ihr Gegenüber immer noch, wird es sehr verdächtig.

Empathisches Zuhören

Die höchstmögliche Form des Zuhörens ist das emotionale beziehungsweise empathische Zuhören. Hier geht es nicht mehr nur um die reine Aufnahme der gesprochenen Inhalte, sondern um die Wahrnehmung der damit verbundenen Emotionen. Wir schenken der anderen Person unsere volle Aufmerksamkeit und nehmen Sie im Ganzen wahr. So können wir nachempfinden, wie es der Person geht und können das in unserem Verhalten spiegeln.

Ein guter Zuhörer

Nun kennen wir die Grundlagen des Zuhörens und die Herausforderungen dabei. Aber wie werden Sie nun grundsätzlich zu einem guten Zuhörer?

Neben dem Bewusstsein und der Kenntnis der 4 Varianten des Zuhörens ist es wichtig, den Mut zu haben, dem Gegenüber ehrlich und offen entgegenzutreten. Manchmal lauert der vermeintliche Zuhörer nämlich nur auf ein passendes Stichwort, um sich selbst in Szene setzen zu können. Da fühlt man sich schnell vom Sprecher zum Stichwortgeber degradiert.


Einfach nur ohne Hintergedanken zuzuhören kann also durchaus eine Herausforderung sein. Nehmen Sie sie an und lassen sich öfter mal auf den anderen ein und hören, was er zu sagen hat. Natürlich bedeutet das nicht, dass Sie alles über sich ergehen lassen müssen und zu völliger Passivität verdammt sind. Es geht einfach um einen kleinen Vertrauensvorschuss dem Sprecher gegenüber.


Ich bin davon überzeugt, wenn wir alle ein bisschen mehr zuhören und weniger senden würden, wäre der Ausstoß an Sprachmüll deutlich weniger. Somit wäre Zuhören nicht nur ein Aspekt des wertschätzenden Miteinanders, sondern auch noch ein Beitrag zum Umweltschutz.

P.S.

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