Thema: Transfer
03. September 2019

Mit der richtigen Pause lernen Sie im Schlaf!

Wir alle kennen es von Tagungen oder ganztägigen Trainings: Pausen sind fest in der Agenda vorgesehen. Und das ist auch gut so, denn Pausen sind wichtig.

Nach spätestens 90 Minuten ist die Pause in jedem Fall angebracht und viele Teilnehmer atmen dann das erste Mal erleichtert auf. Immerhin sind 90 Minuten voller wichtigem Input anstrengend!

Das darauffolgende Szenario kommt Ihnen sicher ebenfalls bekannt vor: Kaum öffnen sich die Pforten des Seminarraum, schon stehen die Teilnehmer im Flur und haben nur noch Augen und Ohren für eine Sache: Das Firmenhandy. Voll fieberhafter Aktivität wird telefoniert, E-Mails werden gecheckt und wichtige Termine vereinbart. Für Außenstehende scheint es, als hinge der Fortbestand der menschlichen Rasse davon ab!

Für das geschulte Auge erinnert diese Geschäftigkeit eher an einen Wettstreit als an essentielle Geschäftsanforderungen: Es scheint, als möchte jeder dieser Aktivisten seine unersetzbare Wichtigkeit demonstrieren.

Doch was bedeutet das konkret?

 

So lernt unser Gehirn

Beim Lernen ist es so: Bewegt sich das Gelernte auf einem gesunden, fordernden Level ohne massiv zu überfordern, schüttet unser Körper Glückshormone aus. Hormone wie Dopamin oder Serotonin lassen uns richtig gut fühlen. Wir sind geradezu beflügelt vom Erlebnis des Lernens und wollen mehr davon. Unser Gehirn kann nach diesem Zustand geradezu süchtig werden.

Genau an dieser Stelle liegt das Problem: Nehmen wir diesen Schwung mit in die Pause und kümmern uns dann genauso feuereifrig um geschäftliche Belange, wechseln wir ganz abrupt das Thema. Unserem Gehirn gefällt es an sich, wenn wir mit demselben Eifer, mit dem wir gelernt haben, in die aktive ‚Pause‘ starten. Es weiß nun, dass es alles Neue verarbeiten kann, ohne überfordert zu werden. Unser Gehirn ist ganz berauscht davon und verdrängt, dass es Zeit braucht, um neue Inhalte zu verarbeiten und zu speichern. Was bedeutet das für die Pause?

 

Die Pause und ihre Ansprüche

Die Pause an sich ist wichtig – und das weiß sie auch. Deshalb hat sie den Anspruch, auch als solche genutzt zu werden. Und sie wird nachtragend, wenn Sie das nicht tun. Legen wir nämlich maschinengewehrartig neue Inhalte nach, werden dabei bis zu 60% des zuvor Erlernten einfach überschrieben!

Die Pause sollte dazu dienen, die Inhalte sacken zu lassen. Selbst 10 bis 20 Minuten wirken hier schon echte Wunder – wenn man in der Pause wirklich pausiert. Richtig gut findet es unser Hirn auch, wenn es etwas Frischluft bekommt und wir ein paar Schritte gehen. Evolutionär betrachtet passen lernen und sich bewegen optimal zusammen. Sie sind regelrecht füreinander bestimmt. Wenn Sie ein Trainer mal zu einem „Walk & Talk“ zu zweit oder zu dritt vor die Tür schickt, will er Sie nicht los werden, sondern nutzt eine hochwirksame Trainingsmethode.

 

Die beste Pause ist unser Schlaf

Er macht nicht nur schön, sondern auch schlau: Unser Schlaf. Er lässt uns Inhalte verinnerlichen und speichern, obwohl wir körperlich und bewusst offline sind. Gerade dann dreht unser Gehirn nämlich richtig auf!

Die höchste Gehirnaktivität verzeichnen wir während der REM-Phasen (rapid eye movement). In diesen Phasen träumen wir und verarbeiten die über den Tag gesammelten Eindrücke und Inhalte. Das Gehirn speichert die Inhalte und Neuronen werden teilweise neu verdrahtet. Das bedeutet jede Menge Arbeit und geschieht absichtlich in der Zeit, in der unser Bewusstsein schläft und nicht dazwischenfunken kann.

Eine ordentliche Mütze Schlaf tut uns und unserem Gehirn deshalb immer gut und ist gerade nach anstrengenden Tagen Gold wert. Fällt die nächtliche Ruhephase kürzer aus, bleibt automatisch weniger Zeit für die Datenverarbeitung und es wird schlichtweg nicht alles ordentlich gespeichert.

Wenn Sie also ein paar Tage nach dem nächsten Seminar nur noch Teile davon wissen, kennen Sie den Grund! Nutzen Sie deshalb die Pausen effizient als solche, schlafen Sie ausreichend und gut und lernen Sie etwas Schönes!